Gesundheit

Der Mühlenkreis als Gesundheitsregion

Auch der Gesundheitssektor wird zunehmend durch Wirtschaftsmacht bestimmt. Politik und Marktwirtschaft verstärken mit jeder gesetzgebenden Maßnahme ihren Angriff auf das öffentliche Gesundheitswesen. Dabei hat Corona gerade erst wirkungsvoll gezeigt, wie wichtig eine gut finanzierte und besetzte Gesundheitsversorgung ist.

Es geht heutzutage nicht mehr um Menschenwürde, Bedürftigkeit, Solidarität und Kosteneffektivität, sondern um Wettbewerb, Kostendruck, Leistungskürzungen und Gewinne.

Begriffe wie „Gesundheitswirtschaft“ sind dafür kennzeichnend. Gesundheit ist ein hohes Gut für die Menschen und keine Ware, an der Institute und Konzerne verdienen dürfen.

Die kommunale Trägerschaft unserer Mühlenkreiskliniken muss bestehen bleiben. Dennoch werden Investitionen von Land und Bund nicht gezahlt, Abwasser – und Energiekosten steigen. Darum werden die Mühlenkreiskliniken gezwungen, sich wie ein Wirtschaftsunternehmen zu verhalten. Personalstellen werden abgebaut, immer weniger Pflegekräfte versorgen immer mehr Patient*innen. Das Personal arbeitet unter belastenden Bedingungen.

Teilprivatisierungen führen zu Lohnsenkungen für Beschäftigte in ohnehin schon schlecht bezahlten Berufen.

Auch die ärztliche Versorgung in unserem ländlichen Kreis verschlechtert sich aufgrund zunehmender Praxisschließungen und mangelndem ärztlichen Nachwuchs.

Wir setzen uns ein für: 

  • Verbleib der Krankenhäuser der Mühlenkreiskliniken in kommunaler Trägerschaft und Ablehnung von Teilprivatisierungen
  • die Erhöhung des Personalschlüssels in Krankenhäusern und Pflegeheimen
  • öffentliche Sitzungen des Verwaltungsrats
  • die Beteiligung des Personalrats im Verwaltungsrat
  • einen Stopp bei der Vergabe von eigenen Leistungen an Fremdfirmen und Rückholen von Fremdleistungen in die Mühlenkreiskliniken
  • die Steigerung der Attraktivität von Gesundheitsberufen, insbesondere den Pflegeberufen, durch faire Löhne und menschenwürdige Arbeitsbedingungen
  • die Erarbeitung eines langfristigen Konzeptes zur Sicherstellung eines ausreichenden ärztlichen Versorgungsgrades unter Beachtung der demographischen Entwicklung im Kreis
  • die Sicherstellung des Versorgungsauftrags, indem Gespräche mit der Landesregierung geführt werden, um finanzielle Anreize zur Niederlassung neuer Hausärzt*innen in den unterversorgten Regionen des Kreises schaffen zu können